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Die Folgen von UV Strahlung


Philipp Balga - 16. August 2019 - 0 comments

Wer will schon alt aussehen

Die Folgen von UV Strahlung und wie man sich davor schützt

Sommerzeit ist Sonnenbrandzeit – Wer zu lange an der Sonne war, bekommt die Rechnung meistens wenige Stunden später präsentiert. UV Strahlen spürt man nämlich erst dann, wenn es bereits zu spät ist.

Die Spätfolgen von regelmäßigen Sonnenbädern sind weitaus gefährlicher: Weißer und schwarzer Hautkrebs entsteht durch jahrelangen ungeschützten Aufenthalt in der Sonne.

Von UV-A, UV-B und UV-C Strahlen

UV Strahlen

UV-A, UV-B und UV-C Strahlen werden durch die Atmosphäre unterschiedlich stark gefiltert.

Unsere Sonne bestrahlt uns täglich mit einem Gesamtpaket aus Licht, Wärme – in Form von Infrarotstrahlen – und den Ultraviolett- oder UV-Strahlen. Und diese UV Strahlen sind letztendlich verantwortlich für gebräunte Haut, Sonnenbrand und weitere Hautschäden.

Je nach Wellenlänge unterscheiden wir UV-A, UV-B und UV-C Strahlen. Während UV-C Strahlen bereits in der Atmosphäre gefiltert werden, können UV-A und UV-B Strahlen unsere Haut durchdringen und hier Schäden verursachen. Vom Sonnenbrand, vorzeitiger Hautalterung bis zu Veränderungen an unserer DNA. Im schlimmsten Fall Hautkrebs.

Wie schädlich diese Strahlen sind, hängt davon ab wie lange wir uns ungeschützt unter freiem Himmel aufhalten.

Denn wie immer gilt die Devise: die Dosis macht das Gift, und je länger wir in der Sonne braten, umso höher steigt das Risiko für Sonnenbrand und Co.

Wie lange man sich draußen aufhalten darf – der UV-Index

Wie hoch die UV-Belastung ist hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Tageszeit: Zu Mittag ist die UV Belastung am stärksten.
  • Jahreszeit: Klarerweise ist im Sommer mit einem höheren UV Anteil zu rechnen.
  • Geographische Lage: Je näher zum Äquator, desto höher die Intensität.
  • Höhenlage: Die klare Luft in Höhenlagen führt auch zu einer intensiveren Sonnenstrahlung.
  • Bewölkung: Viele Wolken bringen eine gewisse Reduktion der Strahlenbelastung.
  • Umgebung: Im Wasser, aber auch durch Sand, Asphalt oder Schnee kommt es durch Reflexion der UV Strahlen zu einer deutlich stärkeren Belastung.

Der international einheitliche UV-Index fasst alle diese Faktoren zusammen. Damit kann man relativ einfach, zu jeder Tageszeit und an jedem Ort der Welt feststellen, wie hoch die UV Belastung gerade ist.

Der UV Index gibt an, wie hoch die UV Belastung gerade ist

UV Index

Der UV Index gibt die Belastung durch UV Strahlen an.

Die Skala reicht von 1 (kein Schutz notwendig) bis 11+ (Aufenthalt im Freien meiden).

Im Internet findet man zahlreiche Websites die den aktuellen UV Index angebenden. Den UV Index für Österreich findet man unter anderem hier: http://www.uv-index.at/

Berücksichtigt man noch seinen eigenen Hauttyp, dann findet man damit sehr schnell heraus, wie lange man sich in der Sonne aufhalten darf.

UV-Strahlung und Vitamin D

Wer sich nicht zu lange und vor allem mit ausreichendem Sonnenschutz draußen aufhält, hat grundsätzlich nicht viel zu befürchten. Im Gegenteil: Wir müssen raus, unserer Haut bildet unter Einfluss der UV-Strahlen Vitamin D. Dieses Vitamin kann zwar auch mit der Nahrung zugeführt werden, damit unser Körper es aber ausreichend synthetisieren kann ist ein regelmäßiger Aufenthalt im Freien notwendig.

Aber Achtung: Es sind hier keine exzessiven Sonnenbäder oder Solarienbesuche notwendig!

Eine tägliche 15-minütige Sonnenexposition an Armen, Händen und Gesicht reicht völlig aus um ausreichende Vitamin D Spiegel zu erreichen.

Längere Sonnenbäder führen auch nicht zu höheren Vitamin D Spiegel da unser Körper die Produktion dieses Vitamins limitiert.

Die Folgen von zuviel Sonne

UV Strahlen schädigen das Bindegewebe in der Haut – die Folge: Pigmentflecken, Faltenbildung und ein Verlust an Elastizität der Haut. Nichts was man sich unbedingt wünscht.

Wer gerne schnell alt aussehen will, sollte bereits in frühen Jahren damit beginnen, stundenlang in der Sonne zu braten.

Weitaus gefährlicher sind allerdings die Spätfolgen von jahrelangen Sonnenbädern. UV Strahlung schädigt unser Erbgut, die DNA. Unser Körper hat zwar die Möglichkeit diese Schäden zu reparieren, allerdings können hier auch Fehler passieren. Daher ist auch klar, dass je öfter solche Reparaturmaßnahmen notwendig sind, desto höher die Wahrscheinlichkeit das es zu einem Fehler kommt und Hautkrebs entstehen kann.

Akute UV Schäden – der Sonnenbrand

Der typische Sonnenbrand ist eine akute Folge von einem Zuviel an Sonne. Dabei sterben bereits zahlreiche Hautzellen ab, es kommt zur sogenannten Apoptose: Der Körper versucht die durch die UV Strahlung geschädigten Zellen gezielt absterben zu lassen und diese abzubauen.

Diese „Sonnenbrandzellen“ können dann auch vermehrt in der Haut nachgewiesen werden. Sonnenbrände erhöhen das Hautkrebsrisiko und sind bereits ein Indiz für DNA Schäden!

Photoaging – Alt werden durch die Sonne

Zwar nicht unbedingt gefährlich, aber für die meisten vermutlich genauso furchtbar ist die vorzeitige Hautalterung.

Wie bereits erwähnt, kommt es durch chronische Sonnenexposition zu einem Verlust der Elastizität des Bindegewebes und damit zu einer vorzeitigen Faltenbildung. Darüberhinaus wird die Haut dicker und es bilden sich Pigmentflecken.

In welchem Ausmaß UV Strahlen die Haut altern lassen, zeigt sehr eindrucksvoll das Beispiel von William McElligott.

Als Trucker fuhr Herr McElligott mehr als 28 Jahre lang mit seinem LKW quer durch die USA. Jetzt, mit 69 Jahren sieht man eindrucksvoll, wie seine linke Gesichtshälfte deutlich stärker gealtert ist als seine rechte Seite.
Die Sonnenstrahlen haben ihn in seiner Fahrerkabine vor allem durchs linke Fenster getroffen. Und UV-A Strahlen, jene UV Strahlen die für die Hautalterung verantwortlich sind, werden vom Fensterglas nicht reflektiert und treffen so ungefiltert auf die Haut. Den Artikel kann man übrigens hier nachlesen.

Chronische Hautschäden – Hautkrebs

Hautkrebs-Statistik

Hautkrebs – Statistik weltweit und in England.

Weitaus gefährlicher sind aber die langfristigen Folgen von übertriebenen Sonnenbädern. Wenn die Haut immer wieder zu lange oder ungeschützt den UV Strahlen ausgesetzt wird, kommt es zu Schäden an der DNA – und über Jahre können diese Schäden so folgenschwer sein, dass Hautkrebs entstehen kann.

Hautkrebs ist weltweit die am häufigsten auftretende Krebserkrankung!

In Deutschland erkrankt mittlerweile jeder Vierte an dieser Krebsart und Hautkrebsfälle sind auch – u.a. bedingt durch unser Freizeitverhalten – im Steigen!

Von einem malignem Melanom oder schwarzem Hautkrebs sprechen wir, wenn ein Muttermal bösartig entartet. Die Prognose bei dieser Erkrankung hängt davon ab, wie früh man es entdeckt. Daher sollten Muttermale regelmäßig selbst, aber auch beim Hautarzt kontrolliert werden.

Häufiger tritt aber der weiße Hautkrebs auf. Zu dieser Gruppe zählen Plattenepithelkarzinome oder Basaliome. Das Risiko an dieser Form des Hautkrebs zu erkranken, hängt von der lebenslang erworbenen UV Dosis ab. Daher findet man weißen Hautkrebs auch häufiger im Alter.

Schutz vor UV Strahlung

Wie kann man sich jetzt gegen UV Strahlen schützen? Im dunklen Zimmer sitzen ist ja auch nicht die Lösung.

Grundsätzlich sollte man lange Sonnenbäder meiden. Braune Haut mag zwar noch immer gut aussehen, gesund ist es jedenfalls nicht.

Außerdem: Mittagssonne meiden, Schatten suchen, auf den UV Index achten, schützende Kleidung tragen und Sonnencreme verwenden.

Sonnencreme

Kennt jeder, benutzt jeder. Ein paar Fakten dazu:

  • LSF oder SPF: Diesen Wert findet man auf jeder Sonnencreme. Er gibt an, um wieviel länger man sich in der Sonne aufhalten kann als ohne Sonnenschutz. Je höher der Wert, umso höher der Schutz. LSF 50 bedeutet also, dass man 50-mal länger im Freien sein kann. Man sollte übrigens zumindest eine Sonnencreme mit LSF 30 benutzen.
  • Nachcremen! Durch Wasser, Sand und Schweiß wird ein Teil der Creme von der Haut abgerieben und verliert dadurch die Schutzwirkung. Regelmäßiges Nachcreme ist daher unerlässlich. Doch Achtung: Nachcremen verlängert nicht die Schutzwirkung, es erhält sie nur!
  • Sonnencremes schützen zwar vor Sonnenbrand, ein Schutz vor Hautkrebs ist aber nicht bewiesen. Daher ist es auch deutlich besser, einen textilen Sonnenschutz zu verwenden.

Sonnenschutz mit UV-Kleidung

Mittlerweile ist UV-Kleidung tatsächlich die bessere Alternative – oder noch besser: Kombination mit Sonnencreme.

Der Schutzfaktor von Kleidung wir mit dem Begriff USF oder UPF angegeben. Im Grunde das Pendant zum LSF oder SPF bei der Sonnencreme. Der Wert gibt an, wie gut die Kleidung gegen UV Strahlung hilft.

Ein weißes T-Shirt aus Baumwolle hat zum Beispiel einen USF von 10. Damit kann man also 10-mal länger in die Sonne als ohne Sonnenschutz.

Besser ist daher spezielle UV-Kleidung. Diese hat in der Regel eine USF von 50, meist noch höher.

Der Vorteil von UPF Textilien liegt auf der Hand. Einmal angezogen, hat man einen sicheren und verläßlichen Schutz solange man die Kleidung trägt.

Im Gegensatz zur Sonnencreme läßt die Wirkung durch Wasser, Schweiß oder Sand auch nicht nach und man muss nicht nachcremen. Daher gibt es eigentlich eine uneingeschränkte Empfehlung für diese Art des Sonnenschutzes. Für Kinder mittlerweile sowieso Pflicht.

Aber ganz ohne Sonnencreme geht es trotzdem nicht. Dort wo ein UV-Shirt nämlich nicht hilft: Im Gesicht, Nacken, Hände und Beine muss natürlich weiterhin konsequent Sonnencreme verwendet werden!

Zusammenfassung

Früher alt aussehen und das Risiko im späteren Leben an Hautkrebs zu erkranken muss nicht sein. Daher Sonnenbäder mit Vorsicht genießen, Sonnencreme und UV-Kleidung verwenden und nicht vergessen: Sonnenbrille aufsetzen! Auch unsere Augen leiden unter der Sonne.

 


Titelbild: © Photo by Tomas Salas on Unsplash

Grafiken: © Philipp Balga


Quellen:

http://hennrich-pr.at/upload/editor/6-7_Hautkrebs.pdf

https://photomed.wordpress.com/tag/hautkrebs-uberlebensrate/

https://www.dw.com/de/hautkrebs-gefahr-erkannt-gefahr-gebannt/a-19569880

https://www.newshub.co.nz/home/lifestyle/2018/07/new-zealand-has-highest-skin-cancer-rate-in-the-world-report.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Lichtschutzfaktor


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Philipp Balga

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Dr. Philipp Balga ist Arzt für Allgemeinmedizin, Ernährungsmediziner und Reisemediziner.

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