Laufen wir uns gesund – Für mehr Bewegung im Leben. Erster Teil.

Philipp Balga

Laufen wir uns gesund

Ein kurzes & knackiges Plädoyer für mehr Bewegung im Leben, oder:
Warum wir einfach nur ein bisschen laufen sollten.

Teil 1: Einfach nur Laufen

Das neue Jahr ist mittlerweile bereits vier Wochen alt – und damit sind auch schon wieder ein Drittel aller Neujahrsvorsätze Geschichte.

Zum Jahreswechsel will man ja meist – und dieses Mal aber wirklich und für immer – Gewicht abnehmen, fitter werden, sich ausschließlich nur mehr gesund ernähren und natürlich mit dem Rauchen aufhören. Leider hält diese Hypermotivation nicht so lange wie geplant und spätestens Ende Jänner werden die Neujahrsvorsätze wieder einmal aufs nächste Jahr verschoben.

Gründe warum man viele Dinge nicht durchzieht gibt es viele…meist sind es zu viele Vorsätze auf einmal, oft will man alles zu schnell oder es fehlt einfach die dauerhafte Motivation dafür.

Für all jene die sich aber doch ernsthaft überlegen, etwas für ihre Gesundheit zu tun: Hier eine dreiteilige Serie über die Basics vom Laufen / Walken / Gehen. Ein bisschen was über die vielen Benefits von Bewegung im Alltag. Über Nutzen und Training, Ernährung, Motivation aber auch Verletzungen.

Warum gerade Laufen

Nur um das gleich klarzustellen: Laufen steht eigentlich nur als Synonym. Laufen muss nicht gleich Laufen sein…abhängig von Trainingszustand kann man genauso gut mit Spazieren, zügigem Gehen oder Walken anfangen. Es geht weniger um die Geschwindigkeit als um die persönliche Anstrengung und vor allem Regelmäßigkeit.

Warum aber gerade Laufen? Nun, es ist in unserer DNA. Wir Menschen haben damit vor etwa 2 Millionen Jahren angefangen. Wir sind fürs Laufen gemacht, für unseren Körper ist das nichts Neues. Jeder kann ein Läufer sein!

Bill Rodgers

Laufen ist außerdem keine Raketenwissenschaft, auch wenn uns das die Industrie so verkaufen will. Es braucht dafür keine sündteure Ausrüstung, kein fünfköpfiges Coachingteam im Hintergrund, keine zig Personal Trainer und auch keine ausgeklügelten Trainingspläne (außer man will das natürlich alles ;).

Denn vor allem zu Beginn gilt: Keep it simple.
Dann bleibt man meist auch dran und der Rest kommt von allein.

Die Benefits rund um Bewegung

Unser Körper muss sich bewegen. Die Betonung liegt auf “muss” – wir sind nicht fürs Sitzen oder Herumliegen gemacht. Unser Skelett- und Muskelsystem wird auch nicht umsonst als “Bewegungsapparat” bezeichnet.


Fast alle unserer sogenannten Zivilisationskrankheiten (Diabetes, Adipositas, Hypertonie, etc) beruhen auf Bewegungsmangel in Kombination mit falscher Ernährung – natürlich nicht immer, aber Ausnahmen bestätigen die Regel.

Und es braucht tatsächlich nicht viel um hier gegenzusteuern:

Man muss nämlich kein neuer Hochleistungsathlet werden und selbst die Aussage, man soll mehr “Sport” machen ist eigentlich falsch: Es geht nicht um schweißtreibende Wettkämpfe oder um die tägliche Überwindung zum Fitnesstraining!
Freude und Spaß hängen nämlich nicht von Bestzeiten, Kilometerzahlen oder extremen Aufgaben ab.

Es geht tatsächlich nur um Bewegung! Nicht um irgendwelche schweißtreibenden Wettkämpfe.

Es geht nur um Bewegung! Und zwar so, das es Spaß macht, das es einem gut tut, das man es gerne macht – und vielleicht sogar irgendwann an dem Punkt kommt, wo man richtig unrund wird wenn man sich einige Tage nicht auspowern konnte. Ich weiß, für viele unvorstellbar 🙂

Bewegung, Sport, Training – Warum ist das alles so wichtig?

Reine Statistiken und Zahlen über die Benefits von regelmäßiger Bewegung sind angeblich wie Schall und Rauch und bringen nicht wirklich was, um auch nur irgendeine Motivation auszulösen. Weil es aber eindrucksvoll ist, versuche ich es trotzdem mit folgender Grafik.

Die Vorteile von regelmäßiger Bewegung

Aber egal um wieviel Prozentpunkte das Diabetes Risiko sinkt oder um wieviel Monate man vielleicht länger lebt: Bewegung tut gut, und zwar so richtig!

Es ist einfach ein unglaubliches und schönes Gefühl und man fühlt sich wirklich um Ecken besser wenn man sich – vor allem draußen im Freien – regelmäßig bewegt.

Spaßfaktor 0-2, warum trotzdem Laufen?

Eines vorweg: Ich sehe mich selbst überhaupt nicht als Läufer im sportlichen Sinn. Laufen bekommt auf meiner persönlichen 10-teiligen Sport-Spaß-Faktor Skala maximal 2 (ok, eventuell vielleicht 3) Punkte. Aber darum geht es auch überhaupt nicht.

Die vielen Vorteile des Laufens

Ich laufe nämlich trotzdem gerne und regelmäßig, weil ->

  • Fatburning pur: Kaum ein anderer Sport verbrennt so viele Kalorien in so kurzer Zeit.
    Beim Laufen schmelzen 600-800 kcal pro Stunde dahin! Zum Vergleich: Ein Kilo Körperfett speichert etwa 7000 kcal. 10 Stunden Laufen = minus 1kg.
  • Einfacher gehts nicht: Es braucht nicht viel Equipment und Vorbereitung. Laufsachen und Laufschuhe anziehen, Tür aufmachen und los gehts! Nettosport pur. Man kann im wahrsten Sinne überall und jederzeit joggen gehen.
    Vielseitig: Laufen, Walken oder Gehen ist ein Ganzkörpersport bei dem beinahe alle Muskelgruppen aktiviert werden. Das führt nicht nur dazu, das wir Muskeln aufbauen und(!) behalten, sondern auch das unsere Knochen stärker werden.
    Für Flachländler ideal: Für all jene die hier täglich Weinkrämpfe bekommen wenn man aus dem Fenster sieht und Berge, Seen oder das Meer vermissen: Das Marchfeld mit seinen Ebenen und flachen Feld- und Waldwegen ist der ideale Laufspot.
  • Stärkt Immunsystem: Jede Art von körperlicher Bewegung führt dazu, dass unser Immunsystem aktiviert und trainiert wird.
  • Es macht uns glücklich: Zum Schluß einer der meiner Meinung nach größte Nutzen: Laufen stärkt die Psyche und ist gut für Geist und Seele. Jede Laufeinheit verursacht einen Endorphinausschuß denn man sehr schnell nicht mehr missen möchte. Im Freien sein und herumzulaufen ist nämlich nicht nur gut für den Körper, es macht vor allem den Kopf frei, baut Stress ab und beugt Depressionen vor. In Zeiten wie diesen (aber natürlich generell) ein unbezahlbarer Benefit.
  • Grundausdauer: Durch Laufen baut man eine richtig schöne Grundausdauer auf. Die braucht man dann, für die Dinge die dann auch Spaß machen (Skifahren, Radeln oder surfen zum Beispiel 🙂 )

Viele Ausreden haben wir also nicht mehr!

Wer kann überhaupt laufen?

Com
Grundsätzlich sind wir, wie schon weiter oben geschrieben, alle Läufer. Allerdings gibt es auch hier – selten aber doch – Einschränkungen. Aksel Lund Svindal, ehemaliger norwegischer Ski Olympia Sieger, kann zum Beispiel nicht mehr joggen. Er hat sich nämlich eigenen Aussagen nach, seine Kniegelenke während seiner aktiven Laufbahn als Skifahrer durch zahlreiche Stürze und Operationen dauerhaft ruiniert. Laufen kann er nicht mehr – aber er fährt dafür Rad.

Wer also Probleme mit seinen Gelenken oder Wirbelsäule hat – vor allem in Kombination mit Übergewicht – sollte vor dem Laufstart seinen Hausarzt oder Orthopäden konsultieren. Gute Laufschuhe und joggen vorwiegend auf Feld- oder Waldwegen sind hier ein Muss.

Ebenso kann die plötzliche Mehrbelastung für ein komplett untrainiertes Herz-Kreislaufsystem eventuell zu viel sein. Auch Herz- oder Lungenprobleme in der Vergangenheit sollten abgeklärt werden. Daher ist eine sportmedizinische Untersuchung beim Hausarzt vor Trainingsbeginn unbedingt empfohlen!

So geht es weiter

Teil 2: Ausrüstung, Training und woher unser Körper die Energie nimmt

Wie wenig Ausrüstung wir zum Laufen brauchen, woher unsere Muskeln die Energie nehmen und wie wir am besten Fett verbrennen gibt es hier im zweiten Teil ab kommenden Donnerstag.